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Karin Schnaase sass unter den Zuschauern am Sonntag bei den 57. Deutschen Meisterschaften und hatte keine Ahnung, warum sie überhaupt hier war. Denn für die 23jährige Stammspielerin des Bundesligisten SC Union Lüdinghausen waren die nationalen Titelkämpfe schon am Samstag beendet, nachdem sie im Einzel und Doppel im Viertelfinale ausschied. Trotzdem wurde sie aufgefordert, am Finaltag in die Bielefelder Halle zu kommen. Ihr stand eine besondere Ehrung bevor.
Der DBV zeichnete Schnaase mit dem Markus-Keck-Gedächtnispokal aus. Dieser Wanderpokal, verbunden mit einer Förderprämie von 500 Euro, wurde 1997 von der Familie Keck aus Fürth als Erinnerung an den früh gestorbenen Nationalspieler und mehrfachen Deutschen Meister Markus Keck gestiftet und wird seit 2007 durch den Deutschen Badminton Verband (DBV) weitergeführt. Als Kriterium werden Sportler oder Sportlerinnen ausgezeiochnet, die nicht nur durch ihre sportliche Leistungen auffallen, sondern vor allem durch menschliches Verhalten beeindrucken. Obwohl Schnaase in letzter Zeit durch Verletzungen arg gebeutelt wurde, gab sie nicht auf. Karin Schnaase, so hieß es bei der Preisverleihung, „sei eine großartige Botschafterin für den Badmintonsport“. Zudem hat sie zahlreiche Erfolge aufzuweisen: Von 1999 bis 2006 gewann sie elf Deutsche Meisterschaften im Jugend- und Juniorenbereich, hinzu kommen 18 Titel in den Jugend- und Juniorenklassen bei den Westdeutschen Meisterschaften. Inzwischen stand Schnaase bereits in 13 Länderspielen auf dem Court. Der Gewinn der Bronzemedaille mit der Damen-Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften 2008 ist sicherlich der größte Erfolg. Der DBV zeichnete Schnaase im vergangenen Jahr mit der Goldenen Leistungsnadel aus, der Landesverband NRW verlieh ihr bereits 2005 seine Leistungsnadel. DBV-Vizepräsident Dietrich Heppner durfte jetzt in Bielefeld die nach seiner Meinung wohl wichtigste Auszeichnung des Verbandes an die völlig überraschte Sportlerin verleihen.
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